Wenn mich jemand früge, was für ein Baum ich wäre, dann würde ich nachdenken und wohl zu dem Schluss kommen, dass ich eine Eiche sei.
Die Eiche an sich ist ein großer starker Baum, deren Holz hart und charakteristisch ist, dennoch vollkommen schön in seiner Art. Sie ist bekannt und leicht an ihrem Äußeren zu erkennen, der Wiedererkennungswert ist hoch, wer eine Eiche gesehen hat, wird sie auch immer wieder als solche finden.
Sie trotzt vielen Kräften, lässt sich nicht einfach entwurzeln und steht viele hundert Jahre, wächst und gedeiht und überragt mit der Zeit alle.
Was mit meinen schwachen, zerbrechlichen Seiten sei? Schließlich rede ich nur von der Stärke der Eiche.
Aber sie fängt genau wie jede andere Pflanze als kleiner Spross an. Ist viele Jahre zart und verletzlich, muss erst viele Jahre wachsen, bis sie nicht vom kleinsten Wind gebogen wird, bis sie nicht jede Berührung verletzten könnte. Und auch wenn sie groß ist, so ist sie noch verletzlich. Große Stürme können sie biegen, es dauert bis sie bricht – Aber sie kann brechen. Meist fängt sie sich jedoch kurz vorm Bruch, egal wie bedrohlich sie schwankte, egal wie viele Äste abgetrennt wurden….sie steht noch und wartet darauf, dem nächsten Sturm zu trotzen.
Doch die Eiche kann auch ein schnelles Ende finden. Ein Blitz und die starke Eiche splittert wie kein anderer Baum. Ihre Furchen und Narben werden zum Verhängnis. Bis jetzt trotzte ich nur den Winden, Stürmen und auch Orkanen. Blitze schlugen in meiner Nähe ein, trafen mich jedoch nie. Und ich bete, dass mich das Gewitter noch lange verschonen wird, dass meine Eiche noch ein viele Jahrzehnte steht und ihre Krone weit in den Himmel ragt.
Wenn ich ein Baum wäre…
20. April 2011 von Jasmin